Bogenarten, Bogenklassen
Langbogen
Der
traditionelle Langbogen (englisch Longbow) ist meist aus einem
Stück Holz
mit gerade auslaufenden Enden gefertigt. Der englische Langbogen hat im
Profil den klassischen "D" Schnitt. Zum Bau eines Langbogens wird
hauptsächlich Eibe, Bergahorn, Esche, Rosenholz, etc.
verwendet. Die Sehne wird
heute meist aus Kunstfaser (Dacron) mit einer "Flämisch
Spleiß"-Wicklung
eingesetzt. Der Langbogen wird, wie auch jeder andere Blankbogen, ohne
jegliches Zubehör geschossen. Visier, Stabilisatoren und
andere technische
Hilfsmittel kommen hier nicht zum Zuge. Es werden
ausschließlich Holzpfeile
verwendet. Die Sehne liegt nicht an den Wurfarmen an. Der klassische
Langbogen
hat auch keine Pfeilauflage oder ein sogenanntes Schußfenster
sondern wird nur
über die Hand geschossen. Mit dem Langbogen wird fast
ausschließlich instinktiv
bzw. intuitiv geschossen. Langbögen messen etwa 68" bis 72"
(Zoll)
von Ende zu Ende. Eine Variante des traitionellen Langbogens ist
der Flachbogen
(American
Flatbow), dieser zeichnet sich durch einen flachen Querschnitt der
Wurfarme
aus. Es gibt auch die moderne Ausführung des Langbogens, mit
Schußfenster und
entsprechenden moderen Materialien (z.B. Holz/ Carbonlaminat), die in
Composit-
Bauweise zusammengefügt werden. Diese Bogen werden als
sogenannte Hybridbogen bezeichnet, die zwar noch in den
Langbogenklassen
geschossen werden, mit einem ursprünglichen Langbogen aber
nicht mehr viel zu
tun haben. Wenn man sich so einen neuen Langbogen im abgespannten
Zustand
ansieht ähnelt er sehr einem Recurve, aufgespannt liegt die
Sehne aber nicht an
den Wurfarmen an. diese Bögen haben eindeutig mehr Speed
und deutlich
weniger Handschock als ein traditioneller Lang- bzw. Flachbogen.
String- bzw.
Facewalking ist nicht erlaubt.
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Holzbogen
Der
Holzbogen wird auch als Selfbow bezeichnet. Dieser Bogen wird
ebenfalls in
der Regel aus einem Stück Holz (dem Stave) und ohne moderne
Werkstoffe (Carbon,
Fiberglas) gefertigt. Aber auch verleimte Vollholzbogen werden als
Selfbows
bezeichnet. Es werden nur natürliche Materialien (Holz, Horn,
Leder usw.) zum
Bogenbau verwandt. Die Bogenform kann durchaus "recurved" sein kann,
d.h. die Bogensehne kann auch an den Wurfarmen anliegen. Es werden
ebenfalls
ausschließlich Holzpfeile eingesetzt. Dieser Bogen kommt
ebenfalls ohne
jegliche Zielhilfe aus und wird in der Regel rein intuitiv (instinktiv)
geschossen.
Das Schießen mit dem Holzbogen stellt wohl die
ursprünglichste Form des
Bogenschießens dar. Es ist ebenfalls kein String- oder
Facewalking erlaubt.
Liegt
die
Sehne an den Wurfarmen an, wird er als Recurve eingestuft, falls nicht
kommt die Langbogenklasse zum Tragen.
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Jagdrecurve
Der Jagdrecurve
( Bowhunter-Recurve bzw. BHR) besteht entweder aus einem
Stück (onepiece)
oder aus 3 Teilen (takedown). Die Bogenlänge darf 66 Zoll
nicht überschreiten,
da sonst nicht mehr von einem Jagdbogen sondern von einem Bare-Bow
gesprochen
wird. String und Facewalking sind ebenfalls verboten. dies ist
eigentlich der
klassische Bogen für die Intuitivschützen.
Bei Recurvebögen befindet sich am Wurfarmende die sogenannte
Recurve. Das sind
die nach vorne gebogenen Wurfarmspitzen, die je nach Art verschiedene
Eigenschaften haben. Im Falle der "arbeitenden" oder vollen Recurve
schnellt die Sehne im Moment des Lösens langsamer und damit
weicher nach vorn
als bei einem Bogen ohne Recurve. Dies führt zu einer besseren
Stabilität und
Wurfleistung. Andere Bogenschützen, z.B. Bogenjäger,
legen mehr Wert auf
Pfeilgeschwindigkeit und Wurfleistung. Diese bevorzugen dann einen
Bogen mit
z.B. halber Recurve. Beim Ausziehen des Bogens erhöht sich das
Zuggewicht bis
zum Erreichen der Auszugslänge stetig und muss bis zum
Lösen gehalten werden.
Die Bögen werden aus Holz, Fiberglas oder auch aus
Carbonlaminaten gefertigt.
Sie werden in Längen zwischen 48" und 70" hergestellt, wobei
zum
Scheibenschiessen selten Bögen unter 64" eingesetzt werden.
Kleinere
Bögen werden gerne zur Jagd eingesetzt, weil diese im
Gelände nicht so sperrig
sind. Die Zuggewichte bei Recurvebögen variieren zwischen 10
lbs und 120 lbs.
Der Bogen ist mit einem Bogenfenster ausgestattet, sodass ein
Centershot eher
erreicht wird. Der Pfeil wird entweder auf dem Shelf aufgelegt, aber
auch
Pfeilauflagen sind erlaubt. Hilfsmittel wie Auszugskontrolle oder
Visier sind
nicht erlaubt. Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer ( TFC )
am Bogen sind
erlaubt.
Vorausgesetzt sie dienen nicht als Sehnenführung,
berühren nichts als den
Bogen, stellen keine Behinderung für andere
Wettkämpfer dar, was den Platz am
Schiesspflock betrifft.
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Recurve Blank
Der
Blankbogen wird auch als Bare-Bow bezeichnet. Zur Disziplin
Blankbogen
werden ein- oder mehrteilige Recurvebögen
verwendet. Ein Barebow muss
blank sein, mit Ausnahme der Pfeilauflage. Er muss frei sein von
Herausstehendem, von Markierungen, Flecken oder von Laminierungen, die
(im
Bogenfenster) als Zielhilfe dienen könnten. Die Mittelwicklung
der Sehne darf
bei vollem Auszug nicht im Blickfeld des Wettkämpfers enden.
Stabilisatoren
sind nicht zulässig. Zusätzliche Gewichte
dürfen am unteren Teil des
Mittelstücks angebracht werden, alle Gewichte ungeachtet der
Form müssen
direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem
Adapter oder Stoßdämpfern
am Mittelstück befestigt werden. Der nicht gespannte Bogen mit
allem erlaubten
Zubehör muss durch einen Ring oder ein Loch von 12.2 cm
Innendurchmesser +/-
0,5 mm passen.
Die
Bogenlängen gehen dabei von ca. 54" bis 70" (Zoll). Der
Blankbogen
kann auch ein Olympic-Recurve ohne Visier, Stabis und Klicker
sein.
Gezielt
wird bei diesen Bogentypen mittels eines antrainierten Vorhaltesystemes
direkt über den Pfeil, wobei durch entsprechendes Untergreifen
an der Sehne die
Flugbahn und damit der Auftreffpunkt beeinflußt wird. Dabei
wird die Sehne
nicht direkt am Nockpunkt (Pfeilhöhe) genommen, sondern
entsprechend der
Entfernung unterhalb des Nockpunktes.
Eine andere Art ist das rein intuitive Schießen. Der
Schütze zielt nicht bewusst,
sondern über das Bild welches die Einheit - Pfeil - Bogen -
Sehne - Ziel - vor
seinen Augen ergeben. Intuitives Schiessen erfordert sehr viel Training.
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Olympischer Recurve

Der Recurve-Turnierbogen
wird auch olympischer Bogen genannt. Die Bogenlänge
beträgt in der Regel
zwischen 64" und 72". Zum Scheibenschiessen werden meistens
nur
Bögen mit Zuggewichten bis 50 lbs eingesetzt. Dies ist auch
abhängig von der
Kraft und Ausdauer des Schützen. Der moderne Recurve-Bogen
besteht aus vier
Teilelementen. Dem Griffstück, dem oberen und
unteren Wurfarm und der
Bogensehne. Die Griffstücke werden heute in der Regel aus
Leichtmetall-Legierungen
(Alu - Magnesium) oder Carbonverbundmaterial gefertigt. Durch die
Teilung kann
der Bogen zerlegt und platzsparend transportiert werden. Die Wurfarme
werden
aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher Materialien gefertigt.
Meist
werden hierzu mehrere Schichten Holz, Glasfaser, Carbonwerkstoffen und
unterschiedliche Kunststoffe verleimt. Die Wurfarme werden in die
entsprechenden Aufnahmen des Mittelstückes gesteckt.
Über Verschraubungen oder
Steckverbindungen sind sie am Mittelstück fixiert.
Der Begriff Recurve bezieht sich auf die zurückgebogenen Enden
der Wurfarme.
Diese speichern die Energie in sich und geben sie beim Lösen
der Sehne
schlagartig ab. Die Bogensehne wird aus Kunstfasern hergestellt. Es
sind
hauptsächlich Dacron, Kevlar oder Fast Flight genannte Fasern.
Sie wird an den
Wurfarmenden eingehängt. Eine Pfeilauflage, die am
Mittelstück angebracht ist,
dient als Auflage und Führung des Pfeiles am Bogen. Zum Zielen
wird eine
entsprechende Visiereinrichtung angebaut. Stabilisatoren und
Vibrationsdämpfer
können ebenfalls am Mittelstück angeschraubt werden.
Die Auszugkontrolle
erfolgt über einen sogenannten Klicker. Durch diese
technischen Verfeinerungen
und Hilfsmittel erlaubt der Turnierbogen eine hervorragende
Treffergenauigkeit und
Konsistenz im Schussbild.
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Compoundbogen
Der Compoundbogen
(engl. compound bow ) wurde 1969 in den Vereinigte Staaten Amerika
erfunden.
Er besteht in seinen Grundelementen, wie der Recurvebogen aus drei
Teilen,
einen Mittelstück und zwei Wurfarmen. Er wird nach dem
Schiessen nicht
zerlegt. Er ist wesentlich kompakter aufgebaut als ein
vergleichbarer Recurve-Turnierbogen. An den Wurfarm- enden
sind Rollen oder Excenterkurvenscheiben angebracht. Über
dieses Rollensystem wird ein Stahlseil geführt. An dessen
Enden ist die
Bogensehne eingehängt. Diese Excenterrollen bewirken, dass der
Bogen mehr
Energie in den Wurfarmen speichern kann und je nach Modell eine
Zugreduktion
von 50% - 80% ermöglicht. Dies bedeutet, dass beim Spannen des
Bogens das volle
Zuggewicht bis zum Gipfelpunkt gezogen werden muss. Nach
Überschreiten des
Gipfelpunkts, wird das Zuggewicht stetig leichter bis das sogenannte
Tal bzw.
Ende des Auszugs erreicht wird. Das Haltegewicht beträgt am
Auszugsende somit
nur z.B. 70% des Gipfelzuggewichtes. Dies hat unter anderem beim
Scheibenschießen den Vorteil, dass bei relativ niedrigem
Haltegewicht der Pfeil
eine hohe Geschwindigkeit und damit eine flachere Flugbahn einnimmt.
Die
Pfeilgeschwindigkeit bei Compoundbögen kann mehr als 340 fps
(feet per second)
betragen, das entspricht etwa 103 m/sec oder 370 km/h.
Das bedeutet für den Schützen, dass er zwar
kurzzeitig die Kraft für das
maximale Zuggewicht aufbringen muß, aber zum Zielen den Bogen
nur mit der
verringerten Kraft hält. So kann es vorkommen, dass ein
Schütze dessen Bogen
ein Zugewicht von 60 lbs (englischen Pfund) hat, im Vollauszug nur noch
15 lbs
zu halten braucht. Die Bogenlänge für
Compoundbögen liegt ca. zwischen 38"
und 48" (1 Zoll = 2,45 cm). Wegen der normalerweise höheren
Zuggewichte
ist ein Compoundbogen wesentlich stabiler konstruiert als ein
Recurve-Bogen.
Auch Visier und Pfeilauflage unterscheiden sich. Der Compound wurde
entwickelt,
um die Bogen-Energie gleichmäßig an den Pfeil
abzugeben. Er wird mit einem
Release geschossen, dadurch werden Ablassfehler verhindert.
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Reiterbogen
Der Reiterbogen
wurde außerhalb von Europa entwickelt. Am bekanntesten
für den Bau von
Reiterbögen sind die Hunnen und Mongolen, zentralasiatische
Völkerschaften.
Auch bekannt für den Bau und die Verwendung von
Reiterbögen sind die Comanchen
Nordamerikas. Sie wurden im 19. Jahrhundert von den Armeen der jungen
Vereinigten Staaten als die weltweit beste leichte Kavallerie
bezeichnet.
Aufgrund der gewellten Form des Reiterbogens wurde dieser nicht nur aus
Holz,
wie z.B. der europäische Langbogen, sondern auch aus Sehnen
und Horn gefertigt.
Der Bau eines mongolischen Reiterbogens konnte bis zu 2 Jahren Bauzeit
betragen. Grund dieser langen Bauzeit ist nicht nur die Verwendung von
Horn und
Sehnen sondern auch das Trocknen der Baumstämme, welches schon
teils bis zu 1
1/2 Jahren betragen konnte. Der Vorteil der Verwendung von Horn und
Sehnen
besteht in ihrer höheren Fähigkeit, Energie zu
speichern und sie wieder an den
Pfeil abzugeben. Würde ein Bogen mit exakt der gleichen Form,
wie die eines
mongolischen Reiterbogens, nur aus Holz gefertigt, würde
dieser sofort brechen.
Mongolische Reiterbögen hatten bis zu 75 Pfund Zuggewicht und
warfen speziell
für den Bogen angefertigte Pfeile ca. 220-280m weit. Es ist
schwierig, einen
Pfeil vom Rücken eines Pferdes aus abzufeuern, da der
Zeitpunkt des Schusses
nicht frei bestimmt werden kann. Der Schuss muss erfolgen, wenn sich
alle vier
Hufe des Pferdes in der Luft befinden, sodass keine
Erschütterungen auf den
Schützen übertragen werden können. Diese
Fähigkeit ist nur durch jahrelanges
intensives Training erlernbar. Der Reiterbogen wurde, vor allem
später von den
Türken, mit dem Daumen, meist mit der Hilfe eines Daumenrings
aus Horn,
ausgezogen.
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